Google for Jobs – Was bedeutet der Dienst für Bewerber und Unternehmen?

Der Begriff Google for Jobs taucht seit Monaten immer mal wieder im Umfeld des Recruitings und der Stellenanzeigen auf. Wie es der Name erahnen lässt, steigt Google (wieder) in die Jobsuche ein. Zum Ziel hat das Unternehmen, für Bewerber die perfekte Job Search Experience zu bieten. Aber wie möchte Google das schaffen?

Google zielt darauf ab, den Jobsuchenden nur wirklich passende Jobs anzuzeigen. Das sollte grundsätzlich funktionieren, da der Internetriese mit „Google for Jobs“ ja eigentlich nur das tut, was er am besten kann: Suchanfragen mit Inhalten zu matchen; in diesem Fall also Stellengesuche mit offenen Positionen abzugleichen. Laut einer Studie beginnen 73% der Jobsuchen mit einer Anfrage bei Google. Dem Bewerber werden mit Google for Jobs aber nicht nur (wie bisher bei einer normalen Suche) einfach Stellenportale angezeigt, sondern ganz konkret offene Stellen. Diese werden in einem eigenen Container hervorgehoben (angereicherte Suchergebnisse). Analog werden so bereits Rezepte und Veranstaltungen angezeigt.

Der klassische Ablauf einer Stellensuche wird bei Google Jobs so aussehen:

  • simple Eingabe eines Suchbegriffs; Google sucht die Stellenanzeigen mithilfe des Bots
  • Anzeige der Treffer inklusive Fundort (z.B. LinkedIn); ein Teil der Suchergebnisse (wahrscheinlich die wichtigsten) wird in einem Link Tipp Container angezeigt
  • Suche kann dann weiter präzisiert werden (z.B. Full-Time, Standort etc.)
  • Klick auf die Stellenanzeige: man landet direkt auf der Anzeige, ggf. ergänzt um weitere Google-Informationen, z.B. den genauen Standort (Google Maps)
  • Geplant: Bewerbung mit einem Klick; derzeitige Lösung: Weiterleitung auf Karriere-Seite oder auf Stellenanzeige im Portal

  • Es ist also davon auszugehen, dass die Aufmerksamkeit nur bei dem übergestellten Kasten und nicht bei den darunter folgenden anderen organischen Ergebnissen liegt. Das Ziel des Unternehmens muss es also sein, im Kasten mit seiner Stelle vertreten zu sein.

    Ergebnis Jobsuche Google USA

    Wie schaffen es Unternehmen, Ihre Stellenanzeigen bei Google for Jobs zu platzieren?

    Grundsätzlich gilt: Je mehr Informationen die Stellenanzeige enthält, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Anzeige im Kasten erscheint. Zudem muss die Anzeige als HTML-Seite vorliegen und eine bestimmte Struktur haben: Jobtitel, Branche, Arbeitszeiten und Gehalt. Weitere Informationen dazu gibt Google selbst.

    Die Menge der Informationen entscheidet darüber, in welcher Reihenfolge die Suchtreffer angezeigt werden (möglicherweise erscheint ein Arbeitgeber der das Gehalt offen angibt, weiter oben als eine Anzeige ohne Gehaltsangabe). Wahrscheinlich ist auch, dass Unternehmen zukünftig dafür bezahlen können, um oben angezeigt zu werden.

    Was sind die Vorteile für Bewerber (und ggf. auch für Unternehmen)?

    Für Bewerber wird sich die Stellensuche durch Google for Jobs deutlich verbessern, da der Prozess verschlankt wird.

    • Google ist in der Lage zu erkennen, wenn jemand nach Jobs sucht, die nicht genau dem Suchbegriff entsprechen (z.B. „Retail jobs“ – Sales clerk)
    • Man spart sich die Suche in mehreren Portalen
    • Die Suche kann stark verfeinert werden (Filter)
    • Interessante Stellen können gespeichert werden; E-Mail Benachrichtigung bei neuen Jobs
    • Man trifft nicht mehrmals auf dieselbe Stelle
    • Zusätzliche Informationen der Stellenanzeige sorgen für bessere Vergleichbarkeit auf den ersten Blick
    • Die technischen und inhaltlichen Richtlinien von Google sorgen für ein qualitativ höheres Niveau der Anzeigen

    Für Unternehmen ist wohl das Wichtigste, das zukünftige Bewerbungen passender sind, da die Vorauswahl des Bewerbers viel präziser war.

    Stellenanzeige in Google Jobbörse USA

    Google for Jobs: Mögliche Schwierigkeiten und Herausforderungen

    Natürlich gibt es bei solch großen Neuerungen immer zwei Seiten und nicht alles ist automatisch positiv für alle Beteiligten.

    Während Bewerber sich über eine bessere Vergleichbarkeit der Stellenanzeigen freuen, stellt dies Personal- und Marketingabteilungen der Arbeitgeber vor die Herausforderung, sich auf anderem Wege von der Konkurrenz abzuheben.

    Wenn alle Jobsuchen zukünftig über Google for Jobs abgewickelt werden, wer braucht dann noch Jobportale oder gar Metasuchmaschinen für Jobs? Ob Jobergebnisse von Metasuchmaschinen zukünftig oberhalb des Google-eigenen Jobcontainers dargestellt werden, ist zu bezweifeln. Möglicherweise zieht sich Google zukünftig auch die Stellenanzeigen nur noch über die Karriere-Seiten der Unternehmen. Dieses würde die Bedeutung beider Dienste deutlich reduzieren.

    Fazit

    Es gibt noch viele unbeantwortete Fragen und Szenarien was die neue Jobsuche von Google angeht. Der Internetriese selbst sagt, es sei nicht das Ziel, Stellenportalen Konkurrenz zu machen – dies wird sich aber, nach jetzigem Wissensstand, kaum vermeiden lassen. Ob Google es aber tatsächlich schafft, den Markt der Jobsuche in einen Markt der Jobfindung zu wandeln bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass Google for Jobs den Markt definitiv verändern wird.

    Arbeitgeber sollten daher zeitnah sicherstellen, dass Ihre Stellenanzeigen die bereits erwähnten Richtlinien erfüllen. Das d.vinci Bewerbermanagement bietet hierzu seit Anfang des Jahres alle notwendigen Felder und Einstellungsmöglichkeiten, um Google die geforderten Informationen in der geforderten Struktur zu liefern.

    Lara Jagdmann

    Verfasser des Artikels: Lara Jagdmann

    Lara Jagdmann arbeitet seit 2018 bei d.vinci und ist verantwortlich für den Bereich Marketing. Lara Jagdmann beantwortet Rückfragen gerne unter: +49 40 37 47 99 57

    1. Thorsten Piening

      Hallo Frau Handeck!

      Vorab vielen Dank für den Artikel. Was oftmals unterschätzt wird: Google kann weitaus mehr, als gute Suchergebnisse zu vorhergehenden Suchanfragen produzieren. Google sammelt vor allen Dingen Daten, um den Nutzer besser zu verstehen und dies geschieht bei weitem nicht nur über die Google Suchmaschine selbst. Datenlieferanten sind hier unter anderem das Betriebssystem Android oder der Browser Chrome, sowie auch Webseiten Dritter, die Google-Dienste wie z.B. Analytics einbinden. Google kann so im Vorfeld schon erkennen, ob ein Kandidat wechselwillig ist oder jemand auf der Suche nach einem Job ist, denn Google erkennt z.B. am Bewegungsprofil, ob jemand die Agentur für Arbeit besucht hat. Mit dem Start für Google for Jobs wird Google den Markt maßgeblich verändern und es wird (meiner bescheidenen Meinung nach) einen neuen Marktführer geben: Google. Ob Google Shopping, Google Flights oder die Hotelsuche: Google schafft es geschickt durch die neuen Services dank Werbung zu Geld zu verdienen.

      Eine kleine Anmerkung zur Positionierung von “Google for Jobs”: In den USA erscheint die Box erst nach den Google Ads, d.h. die Werbung wird noch vor der eigenen Jobsuche positioniert. Wer also gut gefunden werden möchte, dem empfiehlt es sich, Stellenanzeigen mit Hilfe von Google Ads zu positionieren.

      Antworten
      • Lara Handeck

        Hallo Herr Piening,

        vielen Dank für Ihren Beitrag. Wir freuen uns, wenn sich schon jetzt viele Personen mit dem Thema auseinandersetzen.

        Viele Grüße
        Lara Handeck

        Antworten
        • Thorsten Piening

          Hallo Frau Handeck,

          wir persönlich sind mit unserem Startup http://www.persomatch.de sogar schon kurz vor Google for Jobs gestartet (Mai 2017, G4J Juni 2017), so dass wir uns von Beginn an sehr intensiv damit auseinandergesetzt haben. In vielen Unternehmen ist Google for Jobs aber noch gänzlich unbekannt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf!

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    2. Erika Wündel

      Hallo Frau Handeck,

      nur aus Interesse:
      Woher haben Sie denn die folgende Information, da würde mich eine Quelle interessieren:
      “Die Menge der Informationen entscheidet darüber, in welcher Reihenfolge die Suchtreffer angezeigt werden (möglicherweise erscheint ein Arbeitgeber der das Gehalt offen angibt, weiter oben als eine Anzeige ohne Gehaltsangabe).”

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    3. deinejobsfinden

      Spannendes Thema das uns auch gerade beschäftigt und wie immer toll erklärt!

      Als Agentur mussten wir auch feststellen, dass die meisten unserer Kunden zwar bereit sind, mehrere Tausend Euro in Print- und Online-Stellenanzeigen zu investieren, aber leider nicht bereit sind wenige Hundert Euro in die eigene Karriere-Seite zu investieren, damit wir diese für Google for Jobs fit machen können.

      […] Anmerkung d.vinci: Leider mussten wir diesen Teil des Kommentars und die URL wegen Werbung entfernen.

      Ganz nach dem Motto – so haben wir es immer schon gemacht 🙂

      LG Tobi von deinejobsfinden.de

      Antworten
      • Lara Jagdmann

        Hallo Tobi,

        wir freuen uns immer über Kommentare, vielen Dank dafür.

        Da wir in unserem Blog auch nicht werblich auftreten, mussten wir die Werbung aus dem Kommentar leider entfernen.

        Viele Grüße
        Lara Jagdmann

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