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HR-Trend: Social Recruiting

Social Recruiting beschreibt Personalbeschaffung, die auf sozialen Netzwerken basiert. Es wird auch Social Hiring, Social Recruitment und Social Media Recruitment/Recruiting genannt.

HR-Trend: Social Recruiting

Es bezeichnet eine jüngere Entwicklung, die erst in den 2.000ern aufkam. Gerade in den letzten Jahren zeichnet sich die Suche nach passenden Mitarbeiter:innen für Unternehmen als besonders komplex und zeitintensiv aus, weil die klassischen Wege der Personalsuche (z. B. Anzeige in der Zeitung) nicht mehr uneingeschränkt funktionieren und die jüngeren Generationen hohe Ansprüche an Ihre:n Arbeitgeber:in haben. Da sich diese Zielgruppe vor allem online bewegt, ist eine Ansprache über Online-Kanäle, wie z. B. soziale Netzwerke, sinnvoll.

Die Netzwerke, die am häufigsten für Social Recruiting verwendet werden, sind folgende:
• Linkedin
• Xing
• Facebook
• Twitter
• Instagram

Welche Arten des Social Recruiting gibt es?

Meist wird unter Social Recruiting verstanden, Werbemaßnahmen durch Arbeitgeber und Personalvermittler einzusetzen und diese an die entsprechenden Zielgruppen auf den sozialen Netzwerken auszuspielen. Dies ist durch das direkte Anschreiben der Kandidat:innen möglich (Social Distribution) oder durch das passive Einblenden von Werbung bzw. Pflege von Profilen (Internet Sourcing).

Da die meisten Firmen bzw. Recruiter:innen sowieso Profile auf den sozialen Netzwerken haben, bietet es sich an, dort auch nach passenden Mitarbeiter:innen zu suchen. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, u. a.:

  • Das einfache Erstellen eines Postings, in dem die offene Stelle geteilt wird
  • Veröffentlichung der Stellenanzeige im Profil
  • Veröffentlichung der Stellenanzeige im Stellenmarkt des Netzwerks
  • Verknüpfung der Profile mit der Karriereseite, auf der weitergehende Informationen zu finden sind

Aktives und passives Social Recruiting

Durch die Pflege des eigenen Profils stärken Unternehmen zudem ihr Employer Branding und können so passiv auf die Suche gehen. Durch das Posten, auch gerne mal von nicht arbeitsbezogenen-Themen, gibt man tiefere Einblicke und wirkt authentisch. So können insbesondere auch passiv oder latent suchende Kandidat:innen angesprochen werden. Hierbei ist ein gewisses Maß an Kreativität gerne gesehen: kleine Videoclips, GIFs oder extra aufbereitete Infografiken erzielen Aufmerksamkeit und Likes, werden geteilt und so weiterverbreitet.

Der größere Aspekt des Social Recruitings ist allerdings die aktive Suche nach neuen Mitarbeiter:innen. Recruiter:innen können selbstständig auf die Suche gehen und potentielle Teammitglieder nach verschiedenen Kriterien filtern und ansprechen. Die sozialen Netzwerke bieten Suchfunktionen an, mit denen man nach bestimmten Schlagwörtern suchen kann.

Wichtig ist in jedem Fall das Fingerspitzengefühl. Auch bei Business-Netzwerken wie Xing und Linkedin möchten Kandidat:innen nicht von oben herab oder „mit der Tür ins Haus fallend“ angesprochen werden. Ebenso kann eine Direktansprache über die privat genutzten Netzwerke wie Facebook und Twitter schwierig sein, weil diese Kanäle nicht unbedingt von jedem auch für berufliche Zwecke genutzt werden wollen.

Eine besondere Art des Social Recruitings ist mithilfe von Influencern, also einflussreichen Nutzern mit viel Reichweite, über deren Kanäle Informationen und Botschaften schnell verbreitet werden können, möglich. Dies ist aber meist mit zeitintensiver Recherche und ebenfalls dem Einsatz finanzieller Mittel verbunden.

Instagram als Employer Branding Kanal fürs Social Recruiting

Wir bei d.vinci nutzen vor allem auch Instagram als Employer Branding Kanal. Wir posten jede Menge Hintergrundinfos aus dem Büro, Bilder von Meetings und Events oder auch einfach mal vom Mittagessen oder der Kaffeepause auf der Dachterrasse. In den sogenannten Highlights im Profil haben wir auch offene Stellen ausgeschrieben und planen u. a. noch Kurzvideos von Kolleg:innen, die Jobprofile und Teams vorstellen. Mittlerweile berücksichtigen wir jeglichen Content auch für unsere Social Media Kanäle und wir erstellen beispielsweise Videos immer gleich in mehreren Formaten und Längen: für Youtube und Instagram.

Herausforderungen von Social Recruiting

  • Einerseits kann es schwierig sein, sich durch sein Profil von anderen Arbeitgeber:innen abzuheben, weil die Konkurrenz so groß geworden ist. Es ist also wichtig, mit kreativem Content aufzufallen
  • Der Grat zwischen Kreativität und negativem Auffallen ist recht schmal – ein zu verrücktes Video, welches nicht zum Unternehmen passt, kann genau ins Gegenteil umschlagen und zu negativem Employer Branding führen
  • Es kann außerdem schwierig sein, private Personen in eigentlich privat genutzten Netzwerken für den beruflichen Zweck anzusprechen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt
  • Auch im Business-Kontext muss die Ansprache zielgruppengerecht und persönlich sein und darf nicht als plumpes Massenmailing erkennbar sein

Vorteile von Social Recruiting

  • Ein klarer Vorteil des Social Recruitings ist der direkte Bezug zum neuen Teammitglied.
    • Man kann direkt miteinander ins Gespräch kommen – es steht zunächst keine Karrierewebsite oder ein Bewerbungsformular dazwischen; das fördert die soziale Bindung. Und auch für die Ansprache der passiv oder latent Suchenden können die Inhalte zielgruppengenau zugeschnitten werden. Beispiel: hat man ein besonders enges Teamgefüge, wird einem das auch beim neuen Teammitglied wichtig sein. Man wird also eher Inhalte teilen, die das gute Teamgefüge (z. B. bei einem gelungenen Mitarbeiterevent) in den Fokus stellen und weniger unpersönliche Dinge posten. So stellt man sicher, dass die Kandidat:innen, die sich davon angesprochen fühlen, gut in das bestehende Teamgefüge passen. So lässt sich auf diese Weise schon vor dem ersten interaktiven Austausch eine Art Gleichgesinnten-Matching durchführen.
  • Durch Social Recruiting können sich Unternehmen ein großes Kontaktnetzwerk aufbauen, auf das man bei Bedarf immer wieder zurückgreifen kann.
  • Die Kosten des Social Recruitings sind deutlich geringer als für klassische Recruitingmaßnahmen:
    • Keine Kosten für Print-Anzeigen
    • Keine Kosten für teure Stellenbörsen
    • Die Pflege der Profile und das Teilen des Contents sind meist kostenfrei
  • Weitreichende Möglichkeiten zur (Selbst)darstellung: Social Recruiting bietet verschiedene Möglichkeiten, um sich als Arbeitgeber:in zu zeigen; egal ob per Video, Bild oder Livestream

Social Recruiting kann eine sinnvolle Ergänzung der bisherigen Recruiting-Kanäle sein, wenn ausreichend Zeit investiert wird. Unregelmäßig bzw. schlecht gepflegte Profile vermitteln meist einen negativeren Eindruck als nichtexistente Profile. Daher sollte man im Vorwege immer überlegen, wie viel Zeit man aufbringen und wie diese sinnvoll im Bereich des Social Recruitings genutzt werden kann.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Social_Recruiting

https://softgarden.com/de/ressourcen/glossar/social-recruiting/

https://karrierebibel.de/social-recruiting/

https://raven51.de/wiki/social-media-recruiting/

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