Google AdWords für Stellenanzeigen

Fast 75% der Jobsuchenden* starten ihre Jobsuche bei Google und finden … viele, viele Jobbörsen – aber kaum Arbeitgeber. Warum ist das so und warum sind Sie eigentlich mit Ihrem Unternehmen hier nicht präsent und lassen sich ganz einfach gleichzeitig mit den Jobbörsen und damit vor Ihren Konkurrenten finden?

Das Stichwort heißt Google AdWords und dürfte für die online-affinen Personaler kein Fremdwort sein. Wie so häufig können wir hier einiges von den Kollegen des Produktmarketings lernen, die seit Jahren Google AdWords als Werbemöglichkeit nutzen – und zwar quer durch alle Branchen und alle Unternehmensgrößen.

Kurz zusammengefasst:

Google AdWords sind die kleinen Anzeigen, die bei Google oberhalb und rechts neben den Suchergebnissen ausgestrahlt werden, sobald die Anzeige thematisch zur Suchanfrage des Benutzers passt, also das „Keyword“ der Anzeige mit dem „Keyword“ der Suche übereinstimmt.

Was möglicherweise klingt wie ein „Anzeigenschnipsel“ im Marktplatz Ihres lokalen Wochenblatts, ist DAS Onlinemarketing-Tool schlechthin – wen wundert’s, ist Google doch mit Abstand die am häufigsten besuchte Website der Welt, quasi „das Tor zum World Wide Web“. Doch nicht nur die hohe Anzahl der Besucher ist ein Erfolgsfaktor. Die Werbung lässt sich auch wunderbar lokalisieren und sehr spezifisch auf Zielgruppe, Budget usw. zuschneiden.

Die Jobbörsen haben das verstanden. Werfen Sie mal einen Blick auf den nachfolgenden Screenshot. In den bezahlten Ergebnissen (=Google AdWords) sind nahezu ausschließlich Jobbörsen vertreten. Stepstone, Monster und Co. werben also bei Google, um möglichst viele Bewerber auf ihre Plattformen zu lenken.
Warum? Weil sich ihre Produkte (=Stellenanzeigen) umso teurer verkaufen lassen, je mehr Bewerber auf der Jobbörse unterwegs sind.

Google AdWords

Aus Bewerbersicht verhält es sich in unserem Beispiel so:

  1. Aufruf: Der Bewerber sucht bei Google „Jobs Vertriebsleiter Hamburg“ – und klickt auf eine Jobbörse
  2. Aufruf: Der Bewerber sucht nach „Vertriebsleiter“ – jetzt aber auf der Seite der jeweiligen Jobbörse

Wieso ersparen Unternehmen den Kandidaten diesen zweiten Klick nicht und platzieren ihre Jobs dort, wo Bewerber das erste Mal suchen, nämlich auf Google? Es würde einiges dafür sprechen:

  • Das Unternehmen wird gleich im ersten Schritt der Suchanfrage gefunden
  • Die unternehmensseitige Konkurrenz ist erschreckend gering – beste Chancen für Sie
  • Häufig gesuchte Jobprofile können Sie ganz easy als „Daueranzeige“ laufen lassen
  • Ihre Anzeige lässt sich sehr spezifisch auf die Zielgruppe ausrichten (Region, Wording, Datum und Tageszeit etc.) …
  • … oder sehr breit streuen, um möglichst viele Suchende abzufangen
  • Stellenbörsen richten sich an aktiv suchende Kandidaten, AdWords eignet sich bei entsprechender Ansprache auch für latent oder passiv suchende Arbeitnehmer
  • Bei jeder Einblendung Ihrer Anzeige zieht zumindest einmal Ihr Firmenname in Verbindung mit der jeweiligen „Problemstellung“ am Auge des Betrachters vorbei – erhöhte Aufmerksamkeit (und das, solange er/sie nicht klickt, sogar völlig kostenlos)

Nachteile?

Ja, die gibt es auch – und das sollten Sie wissen:

  • Die Konkurrenz schläft nicht. Jobbörsen sprießen nach wie vor aus dem Boden und buhlen um Bewerber. Gleichzeitig entdecken (hoffentlich) noch weitere Google AdWords für ihre Vakanzen. Und das bedeutet: Google AdWords Anzeigenplätze zum Thema Karriere und Jobs werden begehrter, sprich tendenziell teurer .
  • Man muss sich damit beschäftigen. Ohne ein gewisses Verständnis für das Prinzip von Google AdWords – oder einen guten Partner, der es einem ganz pragmatisch und fallbezogen erklärt – wird es schwierig.
  • Und, der unserer Erfahrung nach am meisten unterschätzte Aspekt: Regelmäßiges Monitoring und Optimierung der Anzeigen ist zwingend notwendig! Anzeigen, die einmalig eingestellt werden und einfach nur unkontrolliert laufen, sind reine Geldverschwendung. Doch auch dafür gibt es Agenturen und Partner, die stets ein wachsames Auge auf Ihre AdWords haben und das Beste aus Ihrem Budget rausholen!

Das bringt uns zum Thema „Kosten“:

Vorab: Es gibt keinen einheitlichen Preis! Je nachdem, wie stark Ihr „Keyword“, also der Suchbegriff gefragt ist (wie viele Mitstreiter es also gibt, die ebenfalls Kandidaten zu sich lenken möchten), ist der Preis pro Klick (CPC = Cost per Click) entsprechend hoch oder niedrig.

In unserem Beispiel nehmen wir mal an, wir würden Keywords rund um „Vertriebsleiter“ einstellen, eingegrenzt auf den Raum Hamburg. Google schlägt uns als Klickpreis (CPC) vor: € 1,10. Um also 200 Klicks auf Ihre Anzeige zu erzielen, ist ein Budget von € 220,- notwendig. Vergleichen Sie das doch einfach einmal mit den Kosten und Klickzahlen Ihrer Stellenanzeigen auf Online-Jobbörsen…

Aber, Sie ahnen es schon, es geht auch teurer: „Versicherungen“ und „Reisen“ sind Themenfelder, bei denen pro Klick schnell mal € 15,- oder mehr fällig werden – und das bei größter Konkurrenz! Glücklicherweise (und darin steckt das ungenutzte Potenzial im Recruiting) ist das im Umfeld von „Jobs“ und „Karriere“ nur höchst selten der Fall.

Eine Handlungsempfehlung:

Nehmen Sie sich doch einfach einmal die Anforderungsprofile vor, für die Sie regelmäßig suchen (bspw. Software-Entwickler aller Fachrichtungen, Vertriebsmitarbeiter mit verschiedenen Schwerpunkten) und befragen Sie hierzu gezielt den Experten Ihres Vertrauens. Ihre Personalmarketing-Agentur sollte hierfür eine gute Anlaufstelle sein oder auch die SEO-Agentur Ihres Unternehmens, sofern vorhanden.

Ihre Agentur sollte Ihnen eine Prognose geben können, wie erfolgsversprechend und wie kostenintensiv Google AdWords als „Stellenanzeige“ für Ihre Vakanzen sind (falls nicht, kontaktieren Sie einen anderen Experten!).

Wenn das Kosten-/Nutzenverhältnis soweit stimmig ist, wagen Sie den nächsten Schritt: Lassen Sie Google AdWords zunächst für eines Ihrer Anforderungsprofile einrichten, fordern Sie ein monatliches Reporting über Suchanfragen, Klickzahlen und Konkurrenzsituation und haben Sie vor allen Dingen den Mut, drei bis vier Monate ins Land gehen zu lassen, bevor Sie sich eine finale Meinung bilden. Unserer Erfahrung nach ist die Wirkung von Google AdWords erst nach einiger Zeit zu bemerken – in Form von mehr und passgenaueren Bewerbungen, aber auch in Form verstärkter Arbeitgeberwahrnehmung, was sich im Idealfall auch auf Ihre anderen vakanten Stellen auswirkt.

Last but not least…

Google AdWords ist kein Gegenmittel zur normalen Stellenanzeige, sondern vielmehr eine mittelfristig ausgerichtete Ergänzung. Indem Sie als Arbeitgeber dauerhaft Präsenz auf Google zeigen und Ihre aktuell offenen Stellen zusätzlich bei den relevanten Jobbörsen auffindbar sind, erreichen Sie aktiv und passiv suchende Kandidaten, im Idealfall deutlich vor Ihren Mitbewerbern!

Unsere Frage an Sie: Haben Sie sich mit Google AdWords im Recruiting schon einmal beschäftigt oder sogar Erfahrungswerte gesammelt? Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

 

* Quelle: 360 Grad Recruiting Studie 2014, Careerbuilder und Personalwirtschaft

Nina Rahn

Verfasser des Artikels: Nina Rahn

Nina Rahn arbeitet seit 2005 bei d.vinci und berät Kunden zum Thema Recruiting und Personalmarketing. Nina Rahn beantwortet Rückfragen gerne unter: +49 41 08 - 43 400

  1. Anna

    Sehr interessanter Artikel. Vielen Dank für die tollen Informationen. Ich habe mich auch schon mit Google AdWords im Recruiting beschäftigt und war ganz zu frieden.

    Gruß Anna

    Antworten

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