Feedback / Feedbackgespräch

Feedback besteht aus zwei Seiten: Feedback geben und Feedback nehmen. Ein Feedback zu geben bedeutet, jemandem eine Rückmeldung zu geben.

Feedback / Feedbackgespräch

Was ist Feedback?

Feedback besteht aus zwei Seiten: Feedback geben und Feedback nehmen. Ein Feedback zu geben bedeutet, jemandem eine Rückmeldung zu geben. Grundsätzlich ist Feedback keine Bewertung und sollte neutral formuliert werden. Es gibt nur Eindrücke und Informationen wider. Es kann helfen, Missstände zu bereinigen und Missverständnisse aus der Welt schaffen.

Natürlich muss man immer im Kopf behalten, dass einzelne Rückmeldungen meist sehr subjektiv sind und durch äußere Bedingungen beeinflusst werden.

Meist entsteht der Eindruck, Feedback geben zu müssen, wenn etwas nicht glatt gelaufen ist oder Korrekturen anstehen. Das ist auch völlig normal und gerade dann müssen Dinge besprochen werden, um sie aus der Welt zu schaffen. Aber auch wenn Dinge glatt laufen, man toll zusammenarbeitet und ein schönes Projekt abschließen konnte, kann Feedback wertvoll sein, weil es dann Wertschätzung zeigt.

Man könnte meinen, ein Feedback zu nehmen bedeute eine passive Rolle, in der die Person dazu verdammt ist zuzuhören. Dem ist aber nicht so. Feedback zu erhalten kann sehr wertvoll sein, die Selbsteinschätzung fördern und die Motivation stärken.

Welche Rolle spielt Feedback im Unternehmen?

Zur modernen Personalführung und für eine gesunde Zusammenarbeit sollte Feedback mit zur Unternehmenskultur gehören. Dabei muss ein Feedbackgespräch nicht immer ein aufwändig vorbereiteter Termin sein, sondern kann auch einfach ein Gespräch an der Kaffeemaschine oder ein kurzes Meinung-einholen zwischendurch sein.

Regelmäßiges Feedback gibt der Belegschaft Hinweise auf ihre Arbeit, kann motivieren und Anlass sein, über Veränderungen nachzudenken.

Ziele von Feedback können sein:

  • Erfolge benennen
  • Neue Ziele definieren
  • Bedarfsanalyse
  • Konflikte lösen
  • Zusammenarbeit verbessern
  • Stärkere Identifikation mit den Aufgaben und dem Unternehmen
  • Weiterentwicklung

Worauf sollte man beim achten, wenn man ins Gespräch geht?

Wie oben schon angedeutet, muss ein Feedbackgespräch nicht groß aufgehängt werden und schon wochenlang im Kalender stehen. Der Rahmen hängt aber auch von der Art des Feedbacks ab. Geht es nur um eine kurze Rückmeldung zu einem Artikel reicht meist ein kurzer Anruf oder ein Plausch an der Kaffeemaschine. Geht es um ein jährliches Feel-Good-Gespräch oder sogar um 360 Grad Feedback (mehr dazu finden Sie im Artikel zum 360 Grad Feedback) ist eine Vorbereitung sinnvoll.

Ganz grundsätzlich gelten beim Feedback bzw. Feedbackgespräch folgende Grundsätze:

  • Beschreiben nicht beurteilen: Versuchen Sie Ihre Wahrnehmung neutral vorzubringen und dies nicht als gesetzte Wahrheit zu formulieren.
  • Klar & genau: Bringen Sie Ihr Feedback auf den Punkt und unterfüttern Sie es mit Beispielen für die Nachvollziehbarkeit. Pauschalisierungen helfen niemandem.
  • Offenheit signalisieren: Nur weil Sie einen Eindruck haben, heißt das nicht, dass dies wirklich so ist oder das Gegenüber dies auch schon wahrgenommen hat. Signalisieren Sie daher Offenheit und zeigen Sie auf, dass Sie sich mit Ihrem Eindruck täuschen können. Beide Teilnehmer:innen des Feedbackgesprächs haben eine subjektive Wahrnehmung und diese können unterschiedlich sein.
  • Zeitnah: Wenn Sie etwas loswerden möchten, tun Sie das zeitnah nach dem Anlass dazu.
  • Unterschied zwischen Feedback & Charakterbewertung: Achten Sie darauf, nicht einen Charakterzug zu bewerten, sondern gehen Sie konkret auf eine Situation ein. Den eigenen Charakter wird ein Feedbacknehmer nicht ändern (können).
  • Ziel des Feedbacks: Ziel des Feedbacks sollte niemals sein, Ihr Ego zu verbessern oder Ihren Kopf aufzuräumen, weil Sie unbedingt etwas loswerden möchten. Ziel ist, dem Gegenüber Chancen zur Veränderung zu eröffnen. Vergessen Sie das nicht!
  • Sensibel sein: Gerade wenn Sie negative Rückmeldungen verteilen, kann es den/die Empfänger:in stark treffen. Seien Sie daher sensibel in der Wortwahl und zeigen Sie Perspektiven auf. Eine zeitliche Begrenzung zur Veränderung zu setzen ist hier übrigens fehl am Platz, weil es unnötigen Druck aufbaut und Verunsicherung schafft. Auch Komplimente können unangenehm sein, also ist auch hier professioneller Umgang gefragt. Es kommt auf das richtige Taktgefühl an.
  • Erwünscht oder nicht: Auch wenn Sie unbedingt etwas loswerden wollen, kann es sein, dass Ihr Gegenüber dieses Gespräch nicht führen möchte. Die Kommunikation wird nur zielführend sein, wenn beide Parteien aktiv dabei sein wollen. Fragen Sie daher vorher: „Hast du ein paar Minuten Zeit? Ich würde gern ein kurzes Feedback mit dir teilen.“
  • Feedback ≠ Kritik: Ein Feedback zu geben, heißt nicht einfach zu kritisieren. Kritik kann ein Bestandteil eines Feedbacks sein, aber auch Lob, Hinweise und das Aufzeigen von Perspektiven gehören dazu.
  • Als Empfänger: Sie müssen nicht sofort auf das Feedback reagieren und sich nicht rechtfertigen. Denken Sie in Ruhe darüber nach, lassen Sie es sacken und suchen Sie dann in einem ruhigen Moment noch mal das Gespräch, wenn Sie das Bedürfnis dazu haben.
  • Vorbereitung: Wie oben erwähnt, muss ein Feedbackgespräch nicht zwangsläufig vorbereitet werden. Wenn es sich aber um ein größer aufgehängtes Gespräch handelt, sollten beide Seiten die Möglichkeit haben, sich für das Gespräch zu wappnen. Dafür kann ein vorab versendeter Gesprächsleitfaden helfen.
  • Feedback ist nie fertig: Wir haken alle gerne Dinge ab, Feedback ist allerdings niemals fertig. Im Gegenteil: Feedback geben und empfangen ist ein Prozess und muss sich erst etablieren. Und wenn ein größeres Feedbackgespräch vorbei ist, ist damit der Prozess nicht vorbei sondern das nächste Gespräch kommt bestimmt.

Das Feedbackgespräch

Wir haben schon über verschiedene Arten und Anlässe von Feedback gesprochen. Die gängigste ist dabei wohl das klassische Feedbackgespräch, welches normalerweise einmal im Jahr stattfindet.

In der Regel hat jedes klassische Feedbackgespräch einen ähnlichen Ablauf:

  • Einstieg und Smalltalk
  • Analyse und Feedback:
    • Bisherige und aktuelle Arbeitsaufgabe
    • Erfolge und Zielerreichungen
    • Zufriedenheit
  • Planung und Perspektive:
    • Mögliche Veränderungen
    • Zukünftige Aufgaben
    • Berufliche und persönliche Perspektive
    • Weiterbildung
  • Gesprächsabschluss & gemeinsame Reflexion (die Reflexion kann auch mit etwas zeitlichem Abstand stattfinden)

Damit Sie sich, egal ob als Teammitglied oder als Führungskraft auf das Gespräch als Feedbackgeber:in vorbereiten können, können Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wie lief das zurückliegende Jahr?
  • Welche Leistungen hat das Teammitglied erbracht?
  • Was sollte unbedingt beibehalten werden?
  • Ist das Teammitglied aktuell zufrieden?
  • Hat das Teammitglied alle Kompetenzen und Arbeitsmittel die es braucht? Wünscht es sich Weiterbildung?
  • Wie ist die Zusammenarbeit im Team?
  • Wo kann ich das Teammitglied noch unterstützen?
  • Wohin möchte das Teammitglied und welche Ziele stehen im Raum?

Eine offene Feedbackkultur wird sich positiv auf Ihr Miteinander auswirken, da es Wertschätzung zeigt und Möglichkeiten zur Selbstreflexion mitbringt.

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