„Wir haben zum Glück kein HR“ – ist Digital HR eine Lösung?

Empathie ist dafür unerlässlich! Die HR-Abteilung muss als Partner auf Augenhöhe wahrgenommen und abgeholt werden!

Auf der CeBIT hatte ich die Freude, HR als zukunftsfähigen Player der Organisation von morgen zu präsentieren. Und es fing gut an. Der Geschäftsführer eines 100-Mann-Unternehmens, das Software für das Digital Enterprise entwickelte, begann mit der Botschaft: „Wir haben zum Glück kein HR“. Ob er das Glück gepriesen hat, kann ich nicht 100% beschwören, aber sein Glück über das Fehlen von HR brachte er auf jeden Fall zum Ausdruck. Was kann da noch helfen? Natürlich Digital HR in Zeiten der Digitalisierung!

Aber im Ernst: HR muss zum aktiven Teil des Wandels werden, dafür aber auch und insbesondere sich selbst wandeln, u. a. in Richtung einer neuen technologischen Kompetenz.

Das alleine reicht natürlich nicht, auch das Rollenverständnis ist zu optimieren, aber als digitale Abstinenzler wird es schwer glaubwürdig zu sein. Zugleich kann Technologie HR auf eine neue qualitative Ebene heben, die ohne Digitalisierung schwierig ist. Eigentlich müssten daher aller Personaler mit Engagement ihre eigene (digitale) Transformation vorantreiben. Was für die einen der Wegweiser in die digitale Zukunft ist, wird für den anderen aber schnell zur Herausforderung: Die Digitalisierung in Unternehmen ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch (und das ist auch gut so!) und macht natürlich auch an den Türen der Personalabteilungen nicht Halt. Nicht für jeden Personaler ist diese Entwicklung aber ein Segen und der dadurch entstehende Druck wächst mit der fortschreitenden Digitalisierung mit. Also von wegen Euphorie und Pioniergeist.

Aber es ist auch nicht einfach! Personalleiter und -referenten stehen zwischen den Stühlen: Sie sollen Personal beschaffen, innerhalb kürzester Zeit, natürlich nur die besten Kandidaten, am richtigen Standort verfügbar und mit angemessenen Ansprüchen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, hat jede HR-Abteilung ihre ganz eigene Herangehensweise und ihre eigenen internen Prozesse.

Mit zunehmender Digitalisierung wachsen jedoch auch die Möglichkeiten und der Markt bietet immer mehr innovative Tools, die z. B. die Recruiting-Prozesse in den Unternehmen vereinfachen sollen. Da müsste es doch eigentlich für jeden HR’ler das richtige Werkzeug geben, mit dem er seine Arbeit schnell und effizient erledigen kann. Und genau diesem Anspruch müssen sich die Personalabteilungen heute mehr denn je stellen.

Allerdings: Der richtige Kandidat ist immer noch nicht gefunden? Die Stelle noch immer vakant? Dann wurde wohl nicht das richtige HR-Tool eingesetzt. Wenn das so einfach wäre… Die Problemstellungen, vor denen Personaler heute stehen, sind vielfältig und müssen individuell betrachtet werden. Für erfolgreiches Recruiting gibt es kein Patentrezept und mit dem schlichten Einsatz eines Tools, ist es nicht immer getan. Es bedarf hier vielmehr eines Partners auf Augenhöhe, der die Bedürfnisse der Personaler aufnimmt, versteht und gezielt eine Lösung sucht, die für alle Seiten die gewünschten Ergebnisse liefert.

Dabei darf ein weiterer Punkt nicht übersehen werden: Das beste Tool ist nur so gut, wie es eingesetzt wird. Wenn Personalabteilungen ein Instrument, eine Software oder ein Programm vorgesetzt bekommen, in dem sie ihre Bedürfnisse nicht gespiegelt sehen, wird die Maßnahme nicht den gewünschten Erfolg bringen. Personaler wollen dort abgeholt werden, wo sie in ihrer täglichen Arbeit stehen. Sie müssen begeistert werden für den Einsatz digitaler Hilfsmittel, den Nutzen für sich erkennen und sich darüber klar werden, dass diese Tools ihnen nicht noch mehr Arbeit machen, sondern sie gezielt unterstützen. Empathie ist dafür unerlässlich und diese wird nur geweckt, wenn die HR-Abteilung als Partner auf Augenhöhe wahrgenommen und abgeholt wird.

Dies ist aufgrund der vielfältigen Prozessschritte und der Bedeutung für den Unternehmenserfolg in besonderem Maße u. a. beim Einsatz von Bewerbermanagementsystemen ausschlaggebend für den Erfolg.

Diese eRecruiting-Systeme müssen für den Personaler, im Sinne einer HRExperience intuitiv bedienbar sein, so dass sie sowohl den Personaler als auch den Bewerber, im Sinne der CandidateExperience, agil und Lean abholen. Nur so ist der Erfolg für alle am Prozess beteiligten Partner durch gegenseitige Wertschätzung möglich.

Und wenn dann der Personaler glücklich ist, die Recruiting-Erfolge überzeugen, dann ist das vielleicht ein Baustein, damit beim nächsten Mal HR als Erfolgsfaktor gelobt wird.

Wolfgang Tomek

Verfasser des Artikels: Wolfgang Tomek

Wolfgang Tomek ist seit 2008 Geschäftsführer der d.vinci HR-Systems GmbH und somit verantwortlich für unser Geschäftsfeld eRecruiting/HR-Systeme. Für Fragen und Gespräche steht Wolfgang Tomek gerne unter +49 40 37 47 99-0 zur Verfügung.

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